16. November 2009

Reprogrammierte Stammzellen, eine Alternative zur verbrauchenden Embryonenforschung

Einführung

Prof. Dr. Hubert Serve

Direktor der Medizinischen Klinik II
Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie, lnfektiologie Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

 

Vorträge

Imitation der Stammzellnische durch neue Biomaterialien
Prof. Dr. med. Martin Bornhäuser
Leiter des Bereichs Stammzelltransplantation Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden


Stammzellen nach Maß:

Die Zukunft der Zell- und Gentherapie
Prof. Dr. med. Harald von Melchner
Leiter des Bereichs Molekulare Hämatologie
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main


Die Möglichkeiten, Risiken und ethische Implikationen der Therapie von Krankheiten mit Stammzellen oder gar mit genetisch modifizierten Stammzellen beflügeln seit Jahrzehnten die Phantasie von Wissenschaftlern und Ärzten und erhitzen die Gemüter von Befürwortern und Gegnern in der Gesellschaft. Die Stammzelltherapie verspricht ungeahnte Möglichkeiten in der Behandlung von degenerativen Erkrankungen, von Verletzungen und von Krebserkrankungen und eröffnet ganz neue Möglichkeiten der Korrektur von Gendefekten.

 

Gleichzeitig mit den therapeutischen Möglichkeiten wird uns aber auch bewusst, dass wir durch diese Technologie ethische Fragen aufwerfen, wie sie sich die Menschheit bisher nicht stellen musste. Insbesondere die Frage nach der Quelle der Stammzellen berührt elementare Fragen des Mensch-Seins, die uns nicht gleichgültig sein können. Vor diesem Hintergrund war eine Entdeckung revolutionär. Möglicherweise können mit einfachen Tricks aus ganz normalen Körperzellen Stammzellen hergestellt werden. Diese unterscheiden sich in der wichtigen Eigenschaft der “Pluripotenz” - Möglichkeit alle Gewebe des menschlichen Körpers zu bilden - nicht von embryonalen Stammzellen.

 

Wenn diese “Reprogrammierung” tatsächlich erfolgreich sein sollte, dann würde der Verbrauch von Embryonen unnötig und ein wichtiges ethisches Dilemma der Stammzelltherapie wäre gelöst. Die beiden Referenten werden anhand von Beispielen die Möglichkeiten dieser neuen Technologie, die Zucht von Stammzellen sowie deren Anwendung von Stammzellen in der Medizin illustrieren. Damit werden sie einen Startschuss für das neu gegründete Frankfurter Zentrum für Zell- und Gentherapie geben, einer Initiative von Forschern und Ärzten an der Goethe-Universität Frankfurt, dem Georg-Speyer-Haus, dem Max-Planck-Institut in Bad Nauheim und einer Reihe von kleineren und größeren Firmen, die diese Technologie der Zukunft in Hessen vorantreiben wollen

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