9. Oktober 2012

Zell- und gentherapeutische Ansätze bei HIV

Einführung

Prof. Dr. Hubert Serve
Direktor der Medizinischen Klinik II
Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie, lnfektiologie Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

 

Vorträge

Der HIV-Infektionszyklus:
Ansätze zur effektiven Therapie und Prophylaxe der Infektion?
Prof. Dr. Oliver T. Keppler
Medizinische Virologie
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Heilung der HIV-Infektion durch Zell- und Gentherapie - Hoffnung und Fallstricke
Dr. Gera Hütter

Institut für Transfusionsmedizin Universität Heidelberg-Mannheim


Noch immer werden - auch in Deutschland - viele Menschen mit dem humanen Immundefizienzvirus (HIV) infiziert. Dank konsequenter Arzneimittelentwicklung kann jedoch in der westlichen Welt die gefürchtete Immunschwäche AIDS meist vermieden werden, so dass die Lebenserwartung von Patienten, die sich der antiviralen Therapie unterziehen, kaum mehr eingeschränkt ist. Aber immer noch bedeutet dies die lebenslange Einnahme von Medikamenten, nicht unerhebliche Nebenwirkungen und das Leben mit dem Ansteckungsrisiko. Die modernen Substanzen zur Bekämpfung des HI-Virus können die Krankheit also eindämmen. Ein Traum jedoch schien bis vor Kurzem unerreichbar: die Heilung der HIV-Infektion.

 

Vor wenigen Jahren wurde diese Annahme durch eine aufsehenerregende Behandlung erschüttert: in Berlin wurde ein HIV-positiver Patient mit einer Leukämie aufgenommen, die eine Knochenmarktransplantation erforderte. In einer gemeinsamen Anstrengung gelang es dem Team der Ärzte an der Charité und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, aus einer Vielzahl von möglichen Spendern einen ganz besonderen auszusuchen, dessen Stammzellen hoch resistent gegen HIV waren. Das Kalkül ging auf. Der Patient konnte von seiner Leukämie geheilt werden und bis heute ist nach Absetzen aller HIV-Medikamente das Virus nicht zurückgekehrt. Wenn sich die Befunde bewahrheiten, war dies der erste Fall einer Heilung der HIV-Infektion. Da nicht viele Patienten das Glück eines solchen Spenders haben und da die Knochenmarktransplantation eine sehr eingreifende Therapie ist, wird diese Methode wohl eher ein Einzelfall bleiben - hat aber dennoch das Tor zu neuen Forschungsansätzen zur HIV-Eradikation aufgestoßen.

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